Im Winter 2011 wurde auf ca. 10 x 30 m mein Präriegarten angelegt. Aufgrund des furchtbar schlechten und trockenen Gartenbodens hatte ich mir überlegt, dass es hierfür doch eigentlich auch passende Pflanzen geben müsste, so dass man nicht den ganzen Sommen die Gießkannen durch den Garten schleppen muss. So kam ich auf die Geschichte mit dem Präriegarten. Obwohl wir im Sommer noch das Gartenhaus gebaut hatten und wir eigendlich ein wenig Ruhe einkehren lassen wollten, konnte ich nach dem Besuch des Rammekenhofes in Zeeland (Niederlande) nicht bis zum kommenden Jahr warten. Also wurde der Traktor aus der Schoppe geholt und mit Sohn und Opa die Grasnarbe der anliegenden Wiese abgenommen, die Wege angelegt und 12 m³ Kies aufgefüllt. Nun ging es an die Bepflanzung: 1/3 Gräser und 2/3 Stauden wurden verpflanzt. Dazwischen einige besondere Einjährige wie  Verbene oder Feinstrahl und Zwiebeln wie Camassia, Lauch oder Tulpen. Sträucher und Bäume werden nur vereinzelt gesetzt, da sie den Pflanzen viel Licht nehmen. Doch einen Zimtahorn und meinen geliebten Clerodendron - dessen Blätter nach Erdnüssen riechen- durften mitten im Beet thronen. Aufgrund der kuriosen Wetterverhätnisse im Winter 2012 wurde ich dann kurzerhand gezwungen, viele Pflanzen neu zu setzen, da der Kahlfrost auf den wärmeliebenden Pflanzen doch einigen Schaden angerichtet hatte.

Allerdings war es gar nicht so einfach, bestimmte Gräser nach diesem verheerenden Winter zu beschaffen. So fuhren wir dann nach Nordholland , um bei Lianes Ziergrassen meine geliebte  Stipa gigantea neu zu kaufen.Ein Teil des Gartens liegt im ständigen Wandel durch Selbstaussaat. So entstehen jedes Jahr neue Gartenbilder. Hier greife ich nur wenig ein und überlasse der Natur die Regie. 

 

Im Sommer wurde dann für den mediterranen Mittelteil die 4 Säulen gegossen und das Fundament für die Gartenmauer angelegt. Mit Spannung kam der erste richtige Sommer für meine Pflanzen und wir waren überrascht, wie schnell sich der Garten entwickelte. Besonders hat mich die Vielzahl der Schmetterlinge und Wildbienen überrascht, da es hier auf dem Lande doch sehr starken Maisanbau gibt. Auch die vielen einjährigen Pflanzen können in den ersten Jahren noch sehr gut ihren Platz behaupten, da die Gräser und Stauden noch nicht ihre endgültige Größe erreicht haben.

  

Eine besondere Vorliebe habe ich aber für die Echinacea entwickelt. Mittlerweile gibt es da so schöne neue Sorten, dass man einfach nicht genug davon bekommen kann.

 

Im Zusammenspiel mit Phlox und Monarden hat man im Hochsommer ein unwiderstehliches Dufterlebnis, was die Bienen und Hummeln schon mal zum Taumeln bringen kann.

  

Im Sommer 2013 wurde dann die Gartenmauer als Grenze zwischen Wildwiese und Präriegarten von meinem Vater und Schwiegervater gemauert. Es ist mir ein ganz besonderes Geschenk, denn nachdem sie fertiggestellt wurde, verstarb mein Vater überraschend.

Von innen haben wir sie mit einem Sandgemisch verputzt und außen bekommt sie einen dunkelroten Farbputz. Einen ganz lieben Dank dafür auch an meinen Mann, der trotz der aufreibenden Zeit die Mauer noch fertig gestellt hat.

  

Nun ist es wieder Herbst geworden und die Astern geben noch einmal ein rauschendes Fest. Die Gräser scheinen in der tiefstehenden Abendsonne zu brennen- bevor der Garten in Winterpause geht.

Doch schon Mitte Februar fängt die eigentliche Arbeit im Präriegarten an, dann werden alle Gräser und Stauden bodennah abgeschitten und kompostiert, damit nichts von der Kostbarkeit verloren geht. Der Bauerngarten freut sich darüber und schon im März geht es auf ins nächste Blumenjahr.